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TRAXA MAGAZIN · GEORGIEN 2021

Offroad-Abenteuer
im wilden Kaukasus

Gletscher, Flüsse, Bergungen und die Freiheit rund um Ushguli.

Es gibt Reisen, die man plant – und solche, die sich jeden Morgen neu erfinden. Georgien war 2021 genau so eine Reise.

Je weiter wir in den Kaukasus hineinfuhren, desto schmaler wurden die Strassen und desto grösser die Landschaft. Asphalt wurde zu Schotter, Schotter zu Schlamm und aus einer scheinbar kurzen Etappe wurde schnell ein ganzer Tag.

Genau darin lag der Reiz: Hinter jeder Kurve wartete ein neues Tal, ein Gletscher oder eine Passage, bei der man erst aussteigen und zu Fuss schauen musste.

Camp vor verschneiten Kaukasusbergen
Ein stiller Morgen unter den verschneiten Gipfeln des Kaukasus.

HOCH HINAUS NACH USHGULI

Wo die Strasse nicht einfach endet

Rund um Ushguli ziehen sich die Wege hoch in die Berge. Fahrverbote, Schranken oder perfekt markierte Routen, wie wir sie aus Mitteleuropa kennen, gab es auf vielen Strecken nicht. Diese Freiheit bedeutete aber auch Verantwortung: Wetter, Wasserstand und Untergrund mussten wir selbst einschätzen.

Mehrmals fuhren wir in Richtung der Gletscher, immer weiter auf schmalen, ausgewaschenen Spuren. Die Berge wirkten zum Greifen nah, doch Distanzen täuschen im Kaukasus. Ein Ziel, das am Morgen erreichbar schien, lag am Nachmittag noch immer hinter dem nächsten Tal.

Flussüberquerung in GeorgienLand Cruiser auf schlammiger Piste

WASSER UND SCHLAMM

Jede Überquerung beginnt zu Fuss

Die Flüsse waren ein fester Teil unserer Route. Bevor wir hineinfuhren, prüften wir Tiefe, Strömung und den Untergrund. Das Wasser war eiskalt, die Steine rutschig und die Ausfahrt oft schwieriger als die Einfahrt. Wo sich Wasser und lehmiger Boden trafen, verwandelten sich Wege innert Minuten in tiefe Spuren.

Einmal trafen wir ein polnisches Paar, dessen Fahrzeug im aufgeweichten Boden festhing. Mit einem sauberen Anschlagpunkt und der Seilwinde zogen wir es kontrolliert zurück auf tragfähigen Untergrund. Keine grosse Show – einfach Reisende, die einander helfen.

Fahrzeugbergung im Kaukasus
Im Kaukasus gehört gegenseitige Hilfe zur Reise.

HILFE VON EINHEIMISCHEN

Abenteuer ist selten eine Einzelleistung

Auch wir brauchten Unterstützung. In der Gegend um Ushguli halfen uns Einheimische bei einer schwierigen Passage. Mit wenigen gemeinsamen Worten, vielen Handzeichen und erstaunlicher Ruhe wurde aus einem Problem eine lösbare Aufgabe. Solche Begegnungen bleiben länger in Erinnerung als jeder perfekte Aussichtspunkt.

Georgien zeigte uns, wie wichtig verlässliche Ausrüstung ist – aber ebenso, dass Erfahrung, Geduld und Gemeinschaft entscheidend bleiben. Eine Seilwinde ist nur so gut wie der Anschlagpunkt. Ein Fahrzeug nur so sicher wie die Entscheidung am Steuer.